Schmidt Spiele Website Konzept

Schmidt Spiele fand den Weg ins Internet im Jahre 1996. Auf der SPIEL in Essen wurde soweit ich mich entsinne die Website für Schmidt Spiele und Das Schwarze Auge erstmalig enthüllt. Der damaligen Zeit entsprechend war das natürlich alles recht rudimentär: Ein paar Kacheln und Hyperlinks zur Navigation, viel Text, unbewegte Bildchen – und das alles dann mit einer Urversion der Programmiersprache PHP zusammengestellt. Man muss aber auch sagen, dass damals nicht viel mehr – auch finanziell gesehen – durch die Datenleitungen deutscher Haushalte passte, wo natürlich noch Modems munter vor sich hin ratterten. Die ersten Daten Flatrates kamen schließlich erst um die Jahrhundertwende auf (Himmel, klingt das alt).

Wenn es nach den damaligen Machern von Schmidt Spiele gegangen wäre, hätte die Website auch damals natürlich schon ganz anders ausgesehen. Klar. Ohne große digitale Vorerfahrung – woher sollte sie damals auch kommen – denkt man nicht in Restriktionen, sondern in seinen eigenen Wünschen. Und was Schmidt Spiele sich seinerzeit ganz ursprünglich gewünscht hatte, hatten sie sogar in einem Konzeptpapier festgehalten.

Das Konzeptpapier von einst hat sich tatsächlich bis heute erhalten. Es trägt den bedeutungsschweren Namen „DSA“ und das „Internet“ und stammt aus dem Jahr 1995. Also aus einer Zeit, als Schmidt Spiele sich erst noch im Hinblick auf die Nutzung des neuen Mediums sortierte. Das, was man sich damals wünschte, las sich alles nett, war aber bedauerlicherweise zum damaligen Stand der Technik leider nicht so richtig realitätsnah. Vorgesehen waren, zu einer Zeit wo GIFs das Höchste der Gefühle waren, „verrückte“ Dinge wie aufwändige Animationen beim Übergang von einer Seite zur anderen, etc. Aber auch eine Reihe wirklich guter Ideen war dabei, sie waren nur damals noch nicht realisierbar.

Dass sich aus einer Landschaft im Hintergrund ein Drache löst und auf den Betrachter zufliegt, das war so eine Sache, die mit damaligen Mitteln undenkbar war. Dass jemand sich anschaut, wie dann der Drache mit seinem Feueratem die Buchstaben des Schwarzen Auges auf den Bildschirm speit, darauf würde heute (und bei den vorherrschenden Leitungen vermutlich auch damals) niemand warten. Gewünscht hatte man sich überdies eine Reihe von verwegenen, und in Teilen echt gut gedachter, Features. Da war zum einen ein Gewinnspiel, für das sich Nutzer hätten in einer Art Schnitzeljagd durch eine digitale Burg manövrieren müssen. Oder ein Druckservice, mit dem sich Nutzer hätten DSA-Cover ohne Umrandung ausdrucken können.

Mit manchen Ideen war das Konzept auch nur seiner Zeit weit voraus. Es war eine Funktion „Aventurische Landkarten“ angedacht, mit der Kunden sich auf einer Aventurienkarte bewegen und an entsprechenden Stellen in das bis dahin verfügbare Kartenmaterial bis auf die Größe einer Stadt hineinzoomen könnten. Kommt uns das vielleicht bekannt vor? Und dann gab es da eine Reihe von wirklich guten Ideen zur Zusammenarbeit von Autoren und Regelfüchsen, die die deutlich später aufkommenden Funktionen digitaler kollaborativer Zusammenarbeitsmodelle vorwegnahmen.

Umgesetzt wurde das 26-seitige Konzept bekanntermaßen nie. Es gab nur wenige Dinge, die die Konzeptphase überdauert haben, wie z. B. die letztliche Zweiteilung der Seite. Was am Ende davon sonst nur blieb ist dieses spannende Stück DSA Zeitgeschichte.

Schmidt Spiele Website Konzept – Einstieg
Schmidt Spiele Website Konzept – wie wird Schmidt Spiele präsentiert
Schmidt Spiele Website Konzept – Internet Struktur
Schmidt Spiele Website Konzept – Zeitplan
Die erste Website von Schmidt Spiele

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