Die Schicksalsklinge Demo Diskette

Bevor das DSA-Computerspiel Die Schicksalsklinge ihren Siegeszug durch die Welt der flimmernden Kisten begann, musste im Vorfeld kräftig die Werbetrommel gerührt werden. Hierzu gehörte es, Händler –  damals ein besonders wichtigster Vertriebskanal –  von dem Spiel zu überzeugen und zur Bestellung zu bewegen. Eine Maßnahme, um dieses Ziel zu erreichen, war es, den Händlern vor dem offiziellen Start der “Schicksalsklinge” eine Demo-Diskette zuzuschicken, mit einer Art Frühform eines “Trailers”.

Der Schicksalsklinge-“Trailer” besteht aus einer abspielbaren Slideshow (daher auch “Trailer” in Anführungszeichen) mit Screenshots aus dem Spiel. Die Bilder bewerben Charakteristika und Features des Spiels: die spielbaren Charakterklassen, die Reisen, das Spiel in den Städten, die Dungeons und natürlich die Kämpfe. Und für die, die dann einen kommerziellen Erfolg witterten, folgten dann einige vertriebliche Hinweise – unter anderem natürlich, wo Die Schicksalsklinge bestellt werden konnte.

Der Hinweis auf die Vertriebsgesellschaft Leisuresoft ist eine gute Überleitung zu einigen interessanten Auffälligkeiten an dieser Demo. Leisuresoft hat, entgegen der Ankündigung auf der Demo Diskette, nie den Vertrieb von Die Schicksalsklinge verantwortet. Dieser erfolgte meines Wissens nach allein von Fanpro (zumindest nicht Leisuresoft).

Eine weitere interessante Entdeckung ist, dass die gezeigte Kampfsequenz in dieser Form nicht unmittelbar aus dem Spiel stammen kann. Ein Kampf gegen vier Oger, wie er in den Screenshots gezeigt wird, kommt im Spiel an keiner Stelle vor.

Der Text mit dem Tempelpriester im Rahmen der Dialog-Demo scheint aus einer Frühphase der Spielentwicklung zu stammen. In der späteren Schicksalsklinge zumindest kommt dieser Dialog nicht mehr vor. Für eine gestrichene Passage aus einem früheren Entwicklungsstadium spricht, dass die Ansprache des Spielers (diese gute Beobachtung gebührt dem Nutzer “Alrik Alrikson” aus Crystals DSA-Forum) in dem Demo-Dialog vom späteren Spiel abweicht. Während in der Demo die Sender-Sicht der Kommunikation verwendet wird (“uns”), ist dies in der späteren Veröffentlichung nur noch die Empfänger-Perspektive (“euch”).

Interessant ist auch, dass neben der PC und Amiga Version ebenfalls eine Atari ST dieses DSA-Computerspiels angekündigt wird. Eine solche sollte später aber nie erscheinen.

Zu guter letzt möchte ich noch Jens Falk meinen Dank zollen, der mir nicht nur diese Diskette vermacht hat, sondern auch für die Extrahierung dessen Inhalte verantwortlich ist. Er ist es auch, dessen Scharfsinn einige der hier geschilderten Details nicht entgangen sind.

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